Das Förderkonzept

Förderkonzept der Grundschule Am Nordkamp

Inhaltsübersicht:

       I.                                                Allgemeine Grundsätze

      II.                                                 Fachspezifisches Förderkonzept

     III.                                               Deutsch als Zweitsprache für Kinder mit

                        Migrationshintergrund

   IV.                                               Sozialerziehung- Gewaltprävention und Umgang mit

                       verhaltensauffälligen SchülerInnen

 

I.) Allgemeine Grundsätze

Die Voraussetzungen der Kinder bei Schulantritt sind sehr unterschiedlich. Zunehmenden Sprachproblemen (z. B. durch mangelnde Frühförderung) muss begegnet werden. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt auf der verstärkten individuellen Förderung der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers. Das Förderkonzept als Bestandteil des Schulprogramms bietet Leitideen und Arbeitsvorhaben, um diese Forderung umzusetzen.

 

1. Fördermaßnahmen durch Lehrkräfte

  • Individuelle Lernpläne; individuelle Förderung durch Binnendifferenzierung; pädagogische Konferenzen
  • Vermittlung von Lerntechniken im Unterricht aller Fächer
  • DAZ – Förderunterricht für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache
  • Zusammenarbeit mit Förderzentren (Förderzentrum Sylt)
  • Prävention
  • Integration

 

1.1 Lernpartnerschaften (Schüler lernen von Schülern – Helferprinzip)

  • Lernen voneinander als Unterrichtsprinzip
  • Förderung von Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Arbeit in Gruppen im Unterricht
  • Patenschaften: Die Zweit-/ Viertklässler übernehmen eine feste Patenschaft für die neuen Schulanfänger. Sie helfen und unterstützen sowohl im Unterricht (besonders in der Freiarbeit), als auch in den übrigen Zeiten (Pausen…).

 

2. Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung

2.1 Übertragung verantwortungsvoller Tätigkeiten an SchülerInnen

  • Selbstständiges Verwalten der Klassenbücherei; Mithilfe bei der Vorbereitung des Unterrichtsraumes (Stuhlkreis, Bereitstellung der Arbeitsmaterialien, Aufbau der Sportgeräte)
  • Klassensprecher und Klassenrat
  • Klassendienste (z. B. Tafeldienst, Austeildienst, Blumengießen, Verwaltung der Gerätekiste für Pausenspiele)
  • Lernen mit Lernprogrammen am Computer
  • Einsatz von Pausenhelfern aus den vierten Klassen zur Unterstützung der Aufsicht

 

2.2 Stärkung des Selbstbewusstseins von SchülerInnen

  • Schaffung von Möglichkeiten für konstruktive Mitarbeit und Mitgestaltung (z. B. Hilfe beim Schulfest und der Weihnachtsfeier)
  • Auftritt in der Theatergruppe; Teilnahme an musikalischen Darbietungen
  • Helferprinzip bei der Gestaltung der aktiven Pausen

 

2.3 Förderung der Identifikation mit der Schule

  • Präsentation von Schülerarbeiten im Schulgebäude
  • Teilnahme an außerschulischen Wettbewerben
  • Öffentliche Auftritte mit der Theatergruppe
  • Erstellung einer Schülerzeitung
  • Kinder- und Sportfest; Weihnachtsfeier

 

2.4 Evaluation

  • Regelmäßige Evaluation dieses Konzeptes
    • halbjährliche Bestandsaufnahme
    • gegenseitige Unterrichtsbesuche nach Absprachen

 

3. Förderschwerpunkte

  • LRS; Sprachförderung, Lesefähigkeit
  • Selbstständigkeit; Konzentrationsfähigkeit
  • Lerntechniken
  • Rechenführerschein, Zahlenverständnis, Förderung rechenschwacher SchülerInnen
  • Begabtenförderung
  • Förderung der Grob- und Feinmotorik
  • Wahrnehmungsschulung
  • Sportförderung

 

4. Diagnostische Verfahren

  • Regelmäßige Lernstandserhebungen
  • Parallel- und Vergleichsarbeiten
  • Sprachstandserhebung
  • LRS - Diagnostik

 

5. Fortbildung der KollegInnen

  • fachspezifische Fortbildungen
  • pädagogische Fortbildungen (z. B. ‚Faustlos’)

 

II.) Fachspezifisches Förderkonzept

Fach: Deutsch

Klasse 1 und 2

 

Teilbereich Lesekompetenz

Leseübungen erfolgen im täglichen Unterricht und bei den Hausaufgaben. Darüber hinaus wird im 1. und im 2. Schuljahr eine von der Lehrkraft vorbereitete Leseübungsstunde pro Woche mithilfe von „Lesemüttern/Lesevätern“ in Kleingruppen durchgeführt. Diese Praxis erfolgt bei uns bereits seit mehreren Jahren erfolgreich. Erfolgreich deshalb, weil in dieser Stunde jedes Kind seinem Leistungsstand entsprechend an das Lesen herangeführt wird. Besonders wichtig ist diese Art der Förderung für Schülerinnen und Schüler, die keine häusliche Unterstützung beim Lesenlernen und beim weiterführenden Lesen erhalten.

Bereits im 1. Schuljahr werden die Kinder mithilfe des PC-Budenbergprogramms in ihrer Buchstaben- und Lesekompetenz gefördert. Im 2. Schuljahr wird auf diese Kenntnis am PC aufgebaut und das sinnentnehmende Lesen gefördert. Während des 2. Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler an das Leseprogramm Antolin herangeführt. Dieses motiviert die Kinder altersgemäße Literatur sinnentnehmend zu lesen und Quizfragen zu den einzelnen Büchern sinnvoll zu beantworten.

Darüber hinaus werden Rechtschreibdefizite am PC mit dem Budenbergprogramm bearbeitet und abgebaut.

 

1. Schritt:

Lernstandsanalyse der Schülerin/des Schülers (ab Klasse 1) durch regelmäßige Lernstandsüberprüfungen

  • Ziele: Frühes Erkennen von Schwächen
  • Genaue Analyse: In welchem Bereich liegen die Schwächen?

 

 

 

 

2. Schritt:

Planung der Methoden (Welche Methoden eignen sich für die einzelne Schülerin/ den Schüler?)

  • Ziele: Orientierung an den in den Lernstandsanalysen festgestellten Kompetenzen der Schülerin/des Schülers:
  • Förderung von mangelnden Kompetenzen
  • Stärkung von vorhandenen Kompetenzen
  • Differenzierung der Lernwege
  • Spezielle Lernpläne bei Bedarf
  • Offene und handlungsorientierte Unterrichtsformen
  • Viele Sinne ansprechen (auf den Lerntyp eingehen)

 

3. Schritt:

Lern- und Arbeitsmaterial (Das Unterrichtsmaterial soll besonders die visuelle, auditive sowie die sprech- und schreibmotorische Ebene der Schülerin/des Schülers ansprechen.)

  • AOL-Lernboxen
  • Paletti
  • Rechtschreibkarteien
  • Wörterbücher
  • LÜK-Kästen
  • Dosendiktate
  • Wendediktate
  • Lernprogramme am PC

 

Teilbereich Rechtschreiben

Vom 2. Schuljahr an werden die Rechtschreibleistungen der Schülerinnen und Schüler mithilfe von Diagnosebeobachtungsbögen (DRT 2) erfasst und durch gezieltes, individuell zusammengestelltes Material gefördert. Darüber hinaus werden Rechtschreibdefizite mit dem Budenbergprogramm am PC bearbeitet und durch zusätzliche häusliche Übungen abgebaut.

 

Fach: Deutsch

Klasse 3 und 4

 

Teilbereich Lesekompetenz

Da es den Kindern vom Elternhaus her häufig am Lesevorbild fehlt, kommt der Pflege des Lesens und Vorlesens in der Schule eine zentrale Bedeutung zu. Leseübungen erfolgen im täglichen Unterricht und bei den Hausaufgaben. Darüber hinaus setzen die Schülerinnen und Schüler im 3. und 4. Schuljahr die Arbeit mit dem Leseprogramm Antolin in einer extra dafür ausgewiesenen Stunde fort. Dieses Programm motiviert die Kinder altersgemäße Literatur sinnentnehmend zu lesen und Quizfragen zu den einzelnen Büchern sinnvoll zu beantworten. Im Rahmen der Freiarbeit ist es den Kindern zudem möglich, kontinuierlich im Antolin-Programm weiterzuarbeiten. Altersgemäße Lektüre wird in den einzelnen Jahrgangsstufen im Klassenverband und zu Hause gelesen und in Form von Lesetagebüchern bearbeitet.

In verschiedenen Unterrichtssituationen wird in der Klasse vorgelesen. Durch den Besuch der öffentlichen Bücherei wird der Zugang zu Büchern aller Art transparent gemacht. Dank einer Mutter ist es für die Kinder an unserer Schule einmal pro Woche möglich, aus der schuleigenen Bücherei Lektüre auszuleihen. Denkbar wäre eine jährlich sich wiederholende schulübergreifende Lesewoche und in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Autorenlesungen durchzuführen.

 

Teilbereich Rechtschreiben

Die Rechtschreibleistungen der Schülerinnen und Schüler werden mithilfe von Diagnosebeobachtungsbögen (DRT 3 und 4) überprüft und durch individuell ausgesuchtes Fördermaterial in der Schule und zu Hause gefördert.

 

Fach: Mathematik

Klasse 1 – 4

 

1. Schritt:

Lernstandsanalyse der Schülerin/ des Schülers (ab Klasse 1) durch

Regelmäßige Lernstandsüberprüfungen, z. B. Mathe-Piraten

  • Ziele: Frühes Erkennen von Schwächen
  • Genaue Analyse: In welchem Teilleistungsbereich (Arithmetik, Geometrie, Sachrechnen, Größen) liegen die Schwächen? Liegt eventuell eine Dyskalkulie vor?
  • Frühes Erkennen von Stärken
  • Genaue Analyse: In welchem Teilleistungsbereich (Arithmetik, Geometrie, Sachrechnen, Größen) liegen die Stärken?

 

 

 

 

 

2. Schritt:

Planung der Methoden (Welche Methoden eignen sich für die einzelne Schülerin/ den einzelnen Schüler?)

 

  • Ziele: Orientierung an den in den Lernstandsanalysen festgestellten Kompetenzen der Schülerinnen/ der Schüler:
  • Förderung von mangelnden Kompetenzen, Stärkung von vorhandenen Kompetenzen
  • Differenzierung der Lernwege
  • Spezielle Lernpläne bei Bedarf
  • Offene und handlungsorientierte Unterrichtsformen
  • Viele Sinne ansprechen (auf den Lerntyp eingehen)
  • Förderung des problemorientierten Denkens durch Partner- / Gruppenarbeit

 

3. Schritt:

Lern- und Arbeitsmaterial (Das Unterrichtsmaterial soll besonders die visuelle, taktile und eigenaktive Ebene der Schülerin/ des Schülers ansprechen und das räumliche Vorstellungsvermögen schulen.)

  • Montessorimaterial
  • Rechenspiele
  • Steckwürfel
  • Förderspiele
  • Lernprogramme am PC
  • Zehnerstreifen, Hundertertafel, Hunderterfeld
  • Geometrische Körper, Spiegel, geometrische Flächenformen (Dreiecke, Quadrate, Rechtecke, Trapeze, Rauten) etc.

 

III.) Deutsch als Zweitsprache für Kinder mit Migrationshintergrund

 

Ziel:

Die kommunikative Handlungsfähigkeit der Schüler entwickeln und fördern, die Kinder sollen zu einem sicheren Umgang mit gesprochener und geschriebener Sprache geführt werden.

 

Konzept:

Das Hören, Verstehen, Nachsprechen und Handeln im mündlichen Bereich bilden die Grundlage der Arbeit am Anfang. Lesen, Verstehen und Schreiben ergänzen diesen Ansatz und dienen beim Spracherwerb der Übung und Festigung des Erarbeiteten.

Bei Kindern ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen liegt der Schwerpunkt der Arbeit zunächst auf dem Erwerb der wichtigsten Begriffe des täglichen Lebens. Sind Grundkenntnisse vorhanden, geht es um das Verstehen und Sprechen von Sätzen, das Umsetzen von Aufträgen und die Sinnerfassung sowie Wiedergabe von komplexen Sachverhalten. Da beim Spracherwerb die aktive mündliche Arbeit, der passende Schwierigkeitsgrad und die individuelle Leistungsfähigkeit bzw. -bereitschaft von elementarer Wichtigkeit für den Lernfortschritt sind, erfolgt der Unterricht in Kleingruppen. Dabei wird versucht, mit ganzheitlichem Ansatz viele Sinne anzusprechen. Die Kinder lernen dazu nach Möglichkeit selbsttätig und handelnd mit diversen Lernmaterialen, die in abgestuften Schwierigkeitsgraden vorhanden sind oder über Kopfhörer, Monitor, Tastatur und Maus an speziellen, individuell eingestellten PC-Lernprogrammen.

Außerdem regen wir zur Beschleunigung des Sprachlernprozesses die Kinder an, sich nachmittags mit deutschsprachigen Mitschülern zu verabreden, in den örtlichen Vereinen (Musik, Sport, ... ) mitzumachen oder an außerschulischen Zusatzangeboten wie Bastelgruppen oder Arbeitsgemeinschaften teilzunehmen.

 

IV.) Sozialerziehung – Gewaltprävention und Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern:

Die Kinder sollen lernen, in ihrer Sprache und in ihrem Handeln gewaltfrei und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.

 

Realisierung:

  1. Vorbildfunktion aller in der Schule Beteiligten
  2. Hilfestellung bei der Erziehung durch die Schule oder externe Fachkräfte, z. B. Jugendamt und BBZ (Informationsabende, Workshops, Hinweise auf Elternschule)
  3. Fortbildung für LehrerInnen sowie Eltern (z. B. ‚Faustlos’ in Kooperation mit der Kita)
  4. Aufarbeitung von Konfliktsituationen in Gesprächen und Rollenspielen
  5. Verbindliche Regeln entwickeln, prüfen und befolgen (z. B. STOPP-Regel)

 

 


 

 

zurück